Ringbandligatur

Was ist die Zielsetzung der Ringbandligatur nach Barron?

Über die Ringbandligatur nach Barron (RBL) kann in einem nichtoperativen Verfahren indirekt überschüssiges Gewebe entfernt werden, um bei prolapsbedingten Beschwerden (Hämorrhoidal- oder Mukosaprolaps Beschwerdefreiheit zu erzielen – ermöglicht wird eine Reduktion des Vorfalles, der Blutungen und anderer Begleitbeschwerden.

Was will der Patient, was will der Arzt?

Der Patient hat ein Problem und wünscht dessen Beseitigung rasch, zeitnah und anhaltend. Ein möglichst baldiger Untersuchungstermin soll vorhandene Ängste beseitigen. Hat sich der Patient zu einem proktologischen Untersuchungstermin durchgerungen, so wünscht er sich eine schnelle Beschwerdebesserung bzw. -freiheit. Dies sollte mit wenigen Sitzungen erreicht werden (Zeitproblematik, insgesamt unangenehme Untersuchungs- und Behandlungsprozedur).

Wir Ärzte möchten unseren Patienten natürlich ebenfalls zügig einen Behandlungstermin bieten können (Patientenbindung/Patientenakquise). Wir alle kennen jedoch die Situation, dass die Wartezeit insbesondere in hochspezialisierten Einrichtungen oft mehrere Wochen beträgt – ein Umstand, der we-der Patienten noch uns Ärzte wirklich glücklich macht. Während der Untersuchung erfolgen die Statuserhebung und in der Regel die erste Behandlung. Uns Ärzten ist nach der ersten Behandlung im Falle eines ungefährlichen Prolapsgeschehen klar, dass die Zweitbehandlung grundsätzlich mehrere Wochen warten kann.

Der Patient sieht dies naturgemäß etwas anders. Wir befinden uns hier im klassischen Spannungsfeld einer quartalsübergreifenden Behandlungsprozedur in Zeiten von RLV, QZV, Behandlungskomplexen etc. Deswegen ist es unser Ziel, dem Patienten zunächst über die Aufklärung eines ungefährlichen Befundes zu beruhigen und in der ersten
 
Sitzung eine Beschwerdebesserung zu erreichen, die ihrerseits zu einer Patientenzufriedenheit führt. Das Ganze muss jedoch für die medizinischen Einrichtungen möglichst ökonomisch ablaufen.

Ziel ist es, eine rasche Beschwerdebesserung bzw. -freiheit zu erzielen. Die dadurch erhöhte Toleranz von Restbeschwerden gibt dem Arzt mehr Zeit.

Genau hier setzen die Überlegungen zum mring an

Es gilt auf gut tolerierbare Art und Weise möglichst viel Gewebe in einer Sitzung zu reduzieren, um das innere bzw. äußere Prolapsgeschehen und damit die Beschwerden rasch zu verringern.


mring
ermöglicht es, auf einem handelsüblichen
Ligator unmittelbar nacheinander zwei Ringbänder zu applizieren. Der Vorteil: minimale Kosten, schnelle Patientenzufriedenheit und doppelte Abrechenbarkeit der Prozedur.


Der Patient muss die Behandlung auch tolerieren

Ist es sinnvoll, möglichst viel Gewebe auf einmal zu entfernen und welches Ergebnis wird dabei erziehlt? Theoretisch müssten in einer Sitzung im Bedarfsfall möglichst viele Ringbandligaturen appliziert werden. Nun, so einfach ist es leider nicht, da der Patient bekanntermaßen die Behandlung auch tolerieren muss. Einige von Ihnen kennen möglicherweise diese Aussage: „Ich mache nur eine RBL, mehr tolerieren die Patienten nicht. Außerdem habe ich Sorge vor größeren Ulzerationen und Schmerzen.“ Ist dies tatsächlich der wahre Grund oder sieht man sich selbst instrumentell oder „abrechnungstechnisch“ limitiert?

Letzteres ist keinesfalls verwerflich. Schließlich müssen Personal und Materialeinsatz finanziert werden. Dies ist kein arztspezifisches, sondern in erster Linie ein systemimmanentes Problem. Mir persönlich fällt es schon schwer, einen Patienten mit einem für mich leichten Problem, der am Anfang eines Quartals kommt, mit etwaigen Restbeschwerden ins nächste Quartal zu vertrösten. Aus meiner gut 15-jährigen Erfahrung kann ich berichten, dass ich von Anfang an oftmals zwei Ringbandligaturen applizierte, um zügig zu einem deutlichen Behandlungsfortschritt zu kommen. Die Patienten tolerieren die doppelte Applikation da
bei in der Regel sehr gut. Es zeigt sich, dass es zwei Typen von Patienten gibt: Die große Gruppe derer, die die Ringbandligatur gut toleriert und die zweite kleine Gruppe, die selbige weniger gut toleriert – dies allerdings unabhängig davon, ob eine oder zwei RBL appliziert wurden.



Patientenbefragung zur Toleranz von zwei Ringbandligaturen nach Barron plus gleichzeitiger Sklerosierungsbehandlung
Ich wollte nun diese Erfahrung objektivieren und führte daher eine schriftliche, anonyme Patientenbefragung durch. Hierbei wurde im Januar 2014 ein Fragebogen an 175 Patienten versandt, die im Zeitraum Oktober bis Dezember 2013 eine Behandlung mit doppelter RBL und simultaner Sklerosierungsbehandlung erhalten hatten.

121 Fragebögen (69,1 %) wurden zurückgesandt und ausgewertet. 72 Prozent der Befragten gaben als Beschwerden nach o.g. Prozedur einen leichteren bis mittleren „Druck“ an, 65 Prozent einen leichteren Schmerz – im Bedarfsfall über ein bis zwei Tabletten Paracetamol/Ibuprofen gut zu behandeln – 77 Prozent benötigten keinerlei Schmerzmittel. Drei Patienten (2,4 %) berichteten über einen starken Schmerz der über Paracetamol/Ibuprofen gut behandelbar war. Die zusätzliche Einnahme weiterer Schmerzmittel wurde in keinem Fall berichtet. 81,8 Prozent gaben an, die Behandlung ohne weiteres in gleicher Form im Bedarfsfall wiederholen zu lassen, 86 Prozent schilderten eine erhebliche und meist anhaltende Verbesserung ihrer initialen Beschwerden bereits durch die erste Sitzung.

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